Nachhaltiges Reisen
Tourismus ist eine Konsumindustrie, die von einem bestimmten Wert und Stil der Tourismusentwicklung bestimmt ist. Die Tourismus-Industrie ist weltweit eine der größten Wirtschaftszweige. Dennoch stehen der großen ökonomischen Bedeutung (Beschäftigung, Umsatz), die negativen Folgen des Tourismus besonders auf die Umwelt gegenüber. Obwohl die Umweltauswirkungen vornehmlich eine lokale Bedeutung haben, spielen gerade die Schäden durch Emissionen klimawirksamer Gase sowie die Folgen für die Biodiversität eine globale Rolle.
In Bezug auf die globalen ökologischen und sozialen Perspektiven hat die Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung im Juni 1992 in Rio de Janeiro mit der Agenda 21 einen Rahmen für ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltige Entwicklung gesetzt. Die Konferenz schlug Strategien und notwendige Schritte in Richtung einer nachhaltiger Tourismusindustrie vor (siehe hier [pdf, 3,3MB]). Es stellt ein globales und auf alle Sektoren übergreifendes Entwicklungsmodell dar. Diese Leitlinie wurde auch auf den Tourismus übertragen.
Ebenso die Weltkonferenz für nachhaltigen Tourismus in Lanzerote im Jahre 1995 machte Empfehlungen für die Anwendung von Strategien für eine nachhaltige Entwicklung im Tourismus. Der Welt-Ökotourismus Gipfel (The World Ecotourism Summit) in Quebec, in Kanada 2002 gab die Quebec Deklaration von Ökotourismus heraus. Die Deklaration erkennt Ökotourismus als eine Form des nachhaltigen Tourismus an und formuliert spezifische Prinzipien, um den Ökotourismus von anderen Formen des nachhaltigen Tourismus zu unterscheiden (World Ecotourism Summit 2002).
Im nachhaltigen Tourismus hat die ökologische Komponente in Bezug auf den großen Einfluss durch Massentourismus, Vorrang zur ökonomischen Gegenleistung. Die Probleme im Tourismus entstanden durch schwaches Planen und unkontrollierter Entwicklung der jetzigen und vergangenen Generationen. Deshalb erfordert das Management von nachhaltigem Tourismus gut durchdachte Strategien.
Nachhaltiger Tourismus beinhaltet den sanften Tourismus, den Ökotourismus, den grünen Tourismus, den Tourismus mit geringem Einfluss auf Flora und Fauna, den Naturtourismus, den leichten Tourismus, den fortschrittlichen Tourismus, den verantwortlichen Tourismus und den angemessenen Tourismus.
Das Umweltbundesamt definiert Nachhaltigen Tourismus als eine Tourismusform, die sowohl soziale, ökologische, als auch wirtschaftliche Verträglichkeitskriterien erfüllt, das heißt er ist ökologisch dauerhaft tragfähig; sozial gerecht; für die ortsansässige Bevölkerung wirtschaftlich sinnvoll sowie ergiebig und bewahrt deren kulturelle Eigenständigkeit (UBA 2004).
Kritiker weisen zu Recht auf die Gefahr missbräuchlicher Verwendung auch des Nachhaltigkeitsbegriffs hin. Daher sind zur Abwehr Kriterien und Umsetzungsinstrumente wie Richtlinien, Verfahrensweisen und Gütesiegel unerlässlich.
Es wurden Umweltzeichen eingeführt, die als Methode genutzt wurden, um die Werbung von Umweltanforderungen durch die Kriterien der Regierung und Nichtregierungs-Organisationen zu standardisieren, z.B. die Umweltzeichen Der blaue Engel, EU-Blume und weitere.